Ehrenamtliche Tätigkeiten
Gewerkschaft
Fast seit Beginn seiner Berufstätigkeit ist Axel Brammer Gewerkschaftsmitglied. Mit Beginn seiner Lehre im Jahr 1971 wurden die ersten Defizite aus der schulischen Ausbildung offensichtlich, insbesondere im Bereich der politischen Bildung. Ihm wurde erst dann so richtig bewußt, wie unterschiedlich die Interessen zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern wirklich sind. Soziale Ungerechtigkeiten wurden bis dahin auch im Elternhaus ausgeblendet.
Probleme hatte es nie gegeben.
Axel Brammer wurde sehr schnell Mitglied in der Industriegewerkschaft Druck und Papier, eine kleine aber schlagräftige Gewerkschaft. Die Kolleginnen und Kollegen nannten sich bei den Tarifauseinandersetzungen auch IG Druck und Krawall. Später verschmolz diese Gewerkschaft dann in die IG Medien. Heute ist sie eine Abteilung von ver.di. Schon vor seiner Mitgliedschaft in der SPD war Axel Brammer von 1979 bis 1988 Mitglied im Ortsvereinsvorstand der IG Medien in Delmenhorst.
Heftige Auseinandersetzungen gab es zu dieser Zeit um den Rationalisierungsschutz für Schriftsetzer und um die Arbeitszeitverkürzung.
Die Delmenhorster Kolleginnen und Kollegen waren bei den Auseinandersetzungen immer als erste dabei.
Politische Themen der Delmenhorster IG Medien waren neben den Tarifauseinandersetzungen:
- Ausgestaltung des jährlichen Antikriegstages zum 1. September,
- Veranstaltungen gegen den Nato-Doppelbeschluss,
- Aktionen gegen Faschismus und Ausländerfeindlichkeit.
In den 80 er Jahren leitete Axel Brammer im Ortsverein der IG Medien einen Arbeitskreis Gefährliche Arbeitsstoffe, über den es in den meisten Delmenhorster Druckereien gelingt, recht frühzeitig eine Sensibilisierung gegenüber gesundheitsschädlichen Stoffen zu erzeugen. Entlüftungen werden in den Druckereien eingebaut.
Mit seinem Eintritt in die Gewerkschaft begannen auch die ersten politischen Auseinandersetzungen mit seinem Zwillingsbruder.
Nach der Ausbildung wurde der Mitglied in der Partei mit dem großen C. Im Gegensatz zu Axel, für den Kriegsdienst nicht in Frage kam, ging sein Bruder für 10 Jahre zur Bundeswehr.
Heute nehmen beide ihre unterschiedlichen Meinungen recht gelassen. Wenn es die Zeit erlaubt, begleitet Axel Brammer seinen Bruder gelegentlich zum Angeln.
Man tauscht sich aus, manchmal wird auch gestritten. Zankerei ist schon lange nicht mehr angesagt.
Sportverein
Die ehrenamtliche Tätigkeit von Axel Brammer begann auf dem Bolzplatz. Er traf sich mit Freunden regelmäßig auf einer Weide in Munderloh zum Fußballspielen. 1972 gab es die ersten Gespräche, den bis dahin noch passiv existierenden Turnverein Munderloh wieder zu aktivieren. In dem Verein war er dann, nachdem er Ende 1972 zunächst als Kassenprüfer gewählt wurde, 24 weitere Jahre ehrenamtlich tätig.
1973 bis 1974 Stellvertretender Schriftführer
1974 bis 1981 Jugendleiter und stellvertretender Schriftführer
1981 bis 1997 Schriftführer von 1986 bis 1991 zusätzlich noch einmal Jugendleiter
Mitunter betreute er zwei Jugendmannschaften zeitgleich. Das bedeutete, mindestens zweimal wöchentlich Training, sonnabends Betreuung der D- und sonntags die Betreuung der A-Jugend.
Gemeindejugendring
Als Jugendleiter des TV Munderloh war er Delegierter im Gemeindejugendring Hatten (GJR). Von 1979 bis 1991 war er Mitglied im Vorstand des GJR Hatten. Von 1980 bis 1987 und von 1989 bis 1991 als Vorsitzender. Die Gemeinde Hatten ist eine der ersten Gemeinden, die 1980 eine Ferienpassaktion in Zusammenarbeit mit dem Gemeindejugendring durchführte.
Der GJR setzte als erster im Landkreis Oldenburg durch, dass sein Vorsitzender im Fachausschuss des Gemeinderates mit beratender Stimme vertreten ist. Die Arbeit in diesem Ausschuss führte auch dazu, dass Axel Brammer letztendlich zu der Entscheidung kam, sich parteipolitisch in der SPD zu engagieren.
Nachdem vom Gemeindejugendring gestellte Anträge den Fachausschuss passierten, wurden sie gelegentlich von dem nicht öffentlich tagenden Verwaltungsausschuss wieder kassiert. Das führte bei Axel Brammer zu der Erkenntnis, dass Entscheidungen in Kommunalparlamenten ohne solidarische Bindung zu einer politisch nahe stehenden Partei nicht immer möglich sind. Der Eintritt in die SPD war deshalb nur logisch.
Schon zur nächsten Gemeinderatswahl wurde er von der SPD auf dem Listenplatz 10 aufgestellt. Konsequenterweise gab er dann den Vorsitz als Gemeindejugendringsvorsitzender ab, da er die Auffassung vertritt, dass dieses Amt überparteilich ausgeübt werden sollte. Dennoch fühlt er sich nach wie vor dieser Arbeit verbunden. Seine Erfahrungen helfen ihm bei seinen Entscheidungen, aber auch denjenigen, die diese Arbeit heute machen.
Arbeiterwohlfahrt
In der Arbeiterwohlfahrt war Axel Brammer zunächst von 1994 bis1998 Revisor beim Kreisverband Oldenburg. Seit 1998 ist er Mitglied des Kreisvorstandes der Arbeiterwohlfahrt Oldenburg/Vechta. Insbesondere mit den Altenpflegeeinrichtungen ist der Verband einem zunehmenden Druck durch private Anbieter ausgesetzt. Es ist unbedingt, auch im Verbund mit den Gewerkschaften, darauf hinzuarbeiten, dass die Kostenträger der Einrichtungen darauf verpflichtet werden, bei ihren Vergleichsberechnungen auf tarifgerechte Zahlungen zu achten. Hauptinteresse seiner Vorstandstätigkeit ist, dass die Interessen der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer nicht unter die Räder geraten.
Dumpinglöhne führen zur Demotivation und damit zur Qualitätsverschlechterung in der Pflege.
Das kann nicht im Interesse einer immer älter werdenden Gesellschaft sein.