14.12.2016. Politik trifft auf Schule – Schule trifft auf Politik

Heute war ich auf Einladung der „Debating-AG“ des Graf-Anton-Günther Gymnasiums (GAG) in Oldenburg bei einer Podiumsdiskussion zum Thema „Integration von muslimischen Flüchtlingen“. Neben mir eingeladen waren Vivien Sandt (Linke), Hans-Joachim Janssen (Grüne), Ansgar Focke (CDU), Christian Dürr (FDP) und Gerhard Vierfuß (AfD).

Die SchülerInnen des GAG haben zunächst mit einem Vortrag und dann mit vier Statements alle Anwesenden auf einen Kenntnisstand gebracht und in die allgemeine politische Debatte eingeführt. Daraufhin konnten wir PolitikerInnen zu den unterschiedlichen Statements, aber auch darüber hinaus, Stellung beziehen.

Dass die Frage, ob die Integration von Flüchtlingen muslimischen Glaubens in die deutsche Gesellschaft kurzfristig gelingen kann, nicht so einfach zu beantworten ist, hat sich denke ich klar herausgestellt. Integration ist ein Prozess und keine einmalige Handlung, und kann deshalb nicht von heute auf morgen geschehen.

Wichtig ist, dass wir bei der Integration nicht die gleichen Fehler wie in der Vergangenheit machen, also z.B. eigene Wohngebiete für Flüchtlinge bauen, die dann zu Ghettos und Parallelgesellschaften führen. Die ordnungsgemäße Registrierung, die dezentrale Unterbringung, gute Bildung und ein starkes Ehrenamt sind nur ein paar Bausteine für eine gute Integration. Wir müssen uns immer vor Augen halten, dass vermutlich kaum ein Flüchtling freiwillig hier ist. Ich möchte mit keinem tauschen. Viele Geflüchtete wollen uns sicherlich eines Tages wieder verlassen, das muss genauso möglich sein wie ein weiteres Leben hier in Lohn und Brot.

Außer Frage ist, dass sich alle in Deutschland, auch unsere Gäste, an die Vorgaben des Grundgesetzes zu halten haben. Darauf haben wir als PolitikerInnen hinzuwirken. Fakten zu verdrehen und z.B. zu behaupten, dass die Kriminalität aufgrund von Flüchtlingen deutlich gestiegen sei, wie dies die AfD tut, das hilft weder uns Deutschen, noch den Geflüchteten. Zum Glück haben wir heute bei aller Panikmache einen großen Anteil von BürgerInnen, die sich ehrenamtlich um die Integration bemühen. Dafür bin ich dankbar.

Besonders über die kontroverse Diskussion mit den SchülerInnen nach dem politischen Schlagabtausch zwischen uns PolitikerInnen habe ich mich gefreut. Das hat gezeigt, dass Politik den jungen Menschen in unserer Gesellschaft keineswegs egal ist. Mit solchen Veranstaltungen wie am GAG können wir dazu beitragen die Politikverdrossenheit abzubauen. Politik lebt nicht von vermeintlich einfachen Antworten, sondern von kontinuierlichem Engagement und Austausch mit den BürgerInnen. Die SchülerInnen des GAG haben das verstanden. Deshalb mein herzlicher Dank für die Veranstaltungen! Politik und Schule müssten öfter bzw. noch intensiver gegenseitig aufeinandertreffen.